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6.2.3 Sumatra

Die Geschichte über das als Srivijaya bekannte Chiefdom beruht ausschließlich auf einer heutigen Rekonstruktion, die sich auf Inschriften von chinesischen Mönchen und indischen Lehrern stützt. Nach einer Inschrift von Nalanda in Bihar (Indien) hätten die Sailendras von Java vor 860 ihr Zentrum nach Srivijaya verlegt und setzten hier ihren buddhistischen Einfluß fort.6.24 Srivijaya mit seinem Zentrum an der Ostküste Sumatras in der Nähe von Palembang kontrollierte vom 6. bis zum 13. Jahrhundert die Straße von Malakka. Entscheidend für die südostasiatische Geschichte dieser Periode war der Ost-Westhandel zwischen China und Indien, der sich bis nach Persien ausdehnte. Im 7. Jahrhundert lag die Kontrolle des Handels hauptsächlich in den Händen der Malayen, die für 500 Jahre ein dominanter politischer Faktor auf der malaysischen Halbinsel, in Sumatra und in Westjava waren. Im 10. Jahrhundert kam es zu Konflikten zwischen Java und Srivijaya, die zur Zerstörung und Plünderung des javanischen Zentrums führten. Zur selben Zeit entwickelte sich in Indien die Cola-Dynastie von Tamil Nadu, die ebenfalls Interesse an Südostasien zeigte. Im Jahr 1025 erreichte eine Cola-Expedition das Zentrum von Srivijaya, das geplündert und zerstört wurde.6.25

Trotzdem konnte sich Srivijaya gegenüber seinen Rivalen behaupten und geriet nur für kurze Zeit in Vasallenschaft. Wesentliche Veränderungen stetzten im 10. Jahrhundert ein, als die Bedeutung des Handels zunahm. Es gibt erste Hinweise auf chinesische Kaufleute, die mit eigenen Schiffen in die Region kamen. Im 10. und 11. Jahrhundert dürfte es erste diplomatische Beziehungen zwischen den ,,Herrschern`` von Tamil Nadu, Srivijaya, Java und China gegeben haben. Die wachsende Präsenz von chinesischen Schiffen, die erfolgreicher den internationalen Märkten folgten, haben dazu geführt, daß die malaysische Schiffahrt zurückgedrängt wurde. Die Schwächung des Handelsmonopols der Malayen nutzten einige Häfen, die bisher unter der Kontrolle von Srivijaya standen, um unabhängig zu werden. Dies ermöglichte ihnen eigenständige Handelsbeziehungen mit China aufzunehmen. Als Folge ihrer Selbständigkeit löste sich die Paramountcy von Srivijaya auf. Die Rolle Srivijayas als regionales Zentrum in der südostasiatischen Geschichte beruhte - nach Taylor - vor allem auf den geographischen Gegebenheiten und den malaysischen Navigationskenntnissen.6.26


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Isabella Andrej
1999-03-04