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6.2.2 Malaysische Halbinsel

Im 13. und 14. Jahrhundert entstanden neue regionale Zentren, die den malaysischen Einfluß weiter beschnitten. Mit Sukothai und später Ayutthaya wurde der militärische Einfluß von Siam (Thailand) auf der malaysischen Halbinsel weiter nach Süden ausgedehnt, der bis zur Straße von Malakka führte. Im 14. Jahrhundert reichte der siamesische und javanische Einfluß bis zur Straße von Malakka und die malaysischen Chiefs standen unter ihrer Vasallenschaft. Zu einer weiteren raschen Veränderung führte die - ab dem 15. Jahrhundert in den südostasiatischen Gewässern - patrollierende chinesische Flotte der Ming-Dynastie, die den Aufstieg von Malakka unterstützte. Ein neues malaysisches politisches und handelsorientiertes Zentrum entstand. Über den Gründer von Malakka wird berichtet, daß er ein malaysischer ,,Prinz`` namens Paramsvara gewesen sei, der zuerst als Vasall von Majapahit in Srivijaya (Palembang) erscheint und in den 1390er Jahren nach Tumasik (heute Singapore) floh. Da Tumasik kaum zu verteidigen war, zog er sich nach Malakka zurück, wo er die malaysischen politischen Traditionen unter chinesischem Schutz wiederbelebte. Das Handelszentrum Malakka übernahm die Vormacht in der Straße von Malakka und löste damit Srivijaya ab. Der Einfluß von Malakka reichte über zahlreiche kleinere Zentren entlang der malaysischen Küste bis nach Nordsumatra. Während des 15. Jahrhunderts wurde von den ,,Herrschern`` von Malakka der Islam übernommen und in anderen Regionen verbreitet. Die Gründung von Malakka und der Einfluß des Islam wird von der Bevölkerung selbst bis heute als Beginn der malaysischen Geschichte angesehen. Dabei wird der Schwiegersohn von Paramesvara in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Held der Schlachten gegen die Siamesen verehrt.6.22

Im April 1511 brach eine Flotte (von 17 bis 18 Schiffen und rund 1200 Mann) vom portugiesischen Goa Richtung Malakka auf. Die Expedition leitete der Portugiese Albuqerque, der nach einem kurzen Aufenthalt auf Sumatra (Pedir und Pasè) im August Malakka eroberte. Der Fall Malakkas war zugleich der Beginn der europäischen Expansionspolitik in Südostasien. Albuquerque ließ die Stadt befestigen, um malaysischen Angriffen vorzubeugen und kehrte im November nach Indien zurück. Die Portugiesen kontrollierten zwar Malakka, konnten aber nicht die Kontrolle über den Asienhandel übernehmen. Es gab zahlreiche organisatorische Probleme, sowohl mit der Versorgung der Truppen, aber auch eigenmächtiges Handeln einzelner, z.B. der von ihnen eingesetzte Gouverneur von Malakka verfolgte persönliche Ziele in Johor und verletzte selbst das Handelsmonopol, das errichtet werden sollte. Die asiatischen Händler verlegten den Warenaustausch von Malakka zu anderen Häfen und umgingen dadurch ebenfalls das portugiesische Monopol. Dadurch verlor Malakka als Handelszentrum an Bedeutung. Insgesamt hatten die Portugiesen wenig Einfluß in der Region. Als nachhaltige Veränderung kann die Zerschlagung der Vormacht eines einzigen Hafens angesehen werden. An den Küsten der Straße von Malakka gab es zahlreiche kleinere Häfen, die sich teilweise verbündeten, aber auch erbitterte Kriege untereinander führten.6.23


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Isabella Andrej
1999-03-04