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5.2.4 Veränderungen durch äußere Einflüsse

Die Isolation Zentralafrikas war mit Ende des 15. Jahrhunderts beendet. Aus Amerika wurden ab 1600 Mais, Kassava, Erdnüssen, Bohnen und Tabak übernommen. Die Verbreitung der neuen Pflanzen dauerte zweieinhalb Jahrhunderte und führte zur Verdrängung oder gänzlichem Verschwinden mancher traditioneller Pflanzen.5.60 Vermutet wird, daß es bis in die 1480er Jahre keinen regelmäßigen Ozeanhandel gegeben hat. Das europäische Handelsmonopol in Afrika lag in der ersten Phase in den Händen der Portugiesen. Als sie die West-Küste Zentralafrikas erreichten, waren sie vor allem an Goldvorkommen interessiert. An zweiter Stelle stand die Suche nach ungelernten Arbeitskräften für ihre Inselkolonie São Tomé, die um 1490 kolonialisiert worden war. Der Sklavenhandel nach Brasilien war sowohl für die Portugiesen als auch für die lokalen Chiefs ein lukratives Geschäft. Der Handel mit Sklaven unterstützte die Bildung von politischen Machtzentren, förderte die kriegerischen Auseinandersetzungen, da Kriegsgefangene als Sklaven verkauft werden konnten.5.61 Sklavenaufstände auf São Tomé in den Jahren 1574 und 1586 führten zum Ruin des portugiesischen Handelsmonopols und nach 1598 entstand durch die Holländer ein neues Handelszentrum. Der Sklavenhandel expandierte von 1660 bis ungefähr 1850, dabei waren die Franzosen und Briten die Hauptbeteiligten.5.62

Der demographische Bevölkerungsrückgang in Afrika wird auf drei Hauptfaktoren zurückgeführt: Sklavenhandel (bis 10.000 Sklaven pro Jahr); häufige Kriegszüge und die aus Europa und Amerika eingeschleppten Krankheiten. Die massive Einfuhr europäischer und amerikanischer Güter mündete im Ruin der lokalen Metall- und Textilverarbeitung.5.63


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Isabella Andrej
1999-03-04