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5.2.1.7 Groß-Zimbabwe

Das südliche Afrika wird von Birmingham und Shula Marks in zwei Großräume unterteilt: (1) die große westliche Zone mit Südwest-Afrika, Botswana und dem westlichen Kap, deren Bevölkerung bis ins 16. Jahrhundert keinen Bodenbau betrieben hat; (2) die östliche Hälfte des südlichen Afrika, mit Rhodesien, dem südlichen Moçambique, dem östlichen Südafrika. Diese Bevölkerung setzte sich aus der Hauptgruppe der Shona, den Südost-Bantu, den Nguni, den Tongo-Tsonga und den Venda-Lovedu zusammen, die heute alle zur südöstlichen Bantu-Bevölkerung gezählt werden.5.43

Dieses Gebiet schließt Groß-Zimbabwe ein, das durch seine monumentale Steinarchitektur archäologisch wesentlich besser erforscht ist, als andere Regionen. Die Voraussetzung für das Entstehen von Groß-Zimbabwe war der Fernhandel, der ab dem 11. Jahrhundert die Grundlage für ein einflußreiches Herrschaftsgebiet schuf, das 400 Jahre Bestand haben sollte und in drei Perioden geteilt wird. Die Rekonstruktion der Vergangenheit erleichtern vor allem Funde von Keramikwaren aus China während der Ming Dynastie im 14. Jahrhundert und aus Persien zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Daraus ist zu schließen, daß es zumindest einen ,,one way long-distance trade`` gegeben hat.5.44 Bereits ab 1000 dürfte Gold abgebaut worden sein. Vom 13. Jahrhundert an bestand ein florierender Handel, der zum Übergang in die Periode III führte und die monumentale Architektur Zimbabwes begründete. Im 15. Jahrhundert kam es zum plötzlichen Zerfall der Einheit Groß-Zimbabwes. Die Gründe sind bis heute ungeklärt, wahrscheinlich ist eine Unterbrechnung des long-distance Handels.5.45


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Isabella Andrej
1999-03-04