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4. Theorien zur Entstehung unilinearer Abstammung in Verbindung mit bevorzugter Maritalresidenz

Der Übergang vom Nahrungsammeln der Altsteinzeit zur Nahrungsproduktion der Jungsteinzeit begann ungefähr zwischen dem 10. und 9. Jahrtausend v.Chr. bei den Natufiern der Levante und breitete sich nach Mesopotamien, Nordafrika, Nordsyrien und Südanatolien aus. Als am Ende der letzten Eiszeit die Vereisung zurückging, veränderte sich das Klima und es wurde gerade in den oben genannten Regionen trockener. Dies führte zu Dürreperioden im Sommer und damit verschwand der Reichtum an Pflanzen und Tieren in den niederen Regionen. Die Jäger- und Sammlergesellschaften wurden gezwungen, neue Formen der Nahrungsbeschaffung für ihr Überleben zu finden. Es entstand aus der Not eine einfache Form des Bodenbaus und die ersten Haustiere wurden gezähmt, welche - kombiniert mit der Jagd - den Fleischbedarf deckten. Erstmals in der Geschichte der Menschheit kam es zu einer ungewöhnlich hohen Bevölkerungszunahme, die wiederum eine Siedlungsbewegung ans Mittelmeer, Griechenland und Nordeuropa auslöste. Erst durch die vorwiegend seßhafte Lebensform, dem Bodenbau und der Kleintierzucht in Kombination mit einer Vorratshaltung waren die Voraussetzungen für die Ernährung größerer Bevölkerungsgruppen auf begrenztem Raum möglich geworden.4.1

Gleichzeitig mit dem Bevölkerungsanstieg in permanenten Siedlungen mußten sich auch die Sozialbeziehungen der Menschen ändern: sie konnten Konflikte nicht mehr allein durch Wanderung kompensieren, vielmehr mußten Konfliktlösungsstrategien gefunden werden. Im Vergleich zu den Jägern und Sammlern bildeten sich nun verwandtschaftlich strukturierte Segmente, die im Konfliktfall als geschlossene Rechts- und Kampfgemeinschaft auftreten konnten. Wie weit die Verwandtschaft tatsächlich reicht, sieht man z.B. an den Verpflichtungen zur ,,Blutrache- und Sühnegemeinschaft`` im Falle einer schwerwiegenden Rechtsverletzung. Häufig wird jedoch nicht sofort gekämpft, sondern zunächst einmal verhandelt und für diese Kommunikation gibt es in der Praxis bestimmte ,,Sprecher`` oder ,,Vermittler``. Da es sich hier um potentiell ,,kriegerische`` Auseinandersetzungen zwischen den Segmenten handelt, kamen für diese Rolle primär kriegserfahrene Männer, die die Kämpfer der Gegenseite kannten, in Frage.

Auf diesem Wege entstanden offenbar gewisse Statusunterschiede innerhalb der Männer der jeweiligen Gruppen, die sich jedoch nicht verfestigten, wie das später bei Chiefdoms der Fall ist. Ganz allgemein läßt sich jedoch am Prozeß der Seßhaftwerdung und der damit verbundenen Umstellung in der Sozialorganisation ablesen, daß eine stärkere Bedeutung des ,,öffentlichen Raumes`` in Verbindung mit politisch-rechtlichen Rollen feststellbar ist. Es ist offenbar genau dieser Prozeß, in welchem Frauen in den Hintergrund gedrängt werden. Verallgemeinerungen sind jedoch schwer möglich, denn auch das Lineage-System ist ständig in Bewegung: Segmente werden größer und teilen sich, Ältere sterben und Jüngere nehmen ihren Platz ein. Die Zugehörigkeit zu einer Verwandtschaftsgruppe bestimmt den Zugang des Einzelnen zu den natürlichen Ressourcen.4.2

Der Übergang von der nomadisierenden Lebensweise zur jahreszeitlichen bis zur gänzlichen Seßhaftigkeit einer Gesellschaft war häufig (aber nicht überall) mit dem Entstehen von unilinearen Abstammungsgruppen verbunden. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Verwandtschaftsgruppe gewinnt erst hier an Bedeutung. Die Verwandtschaft übt Druck auf ihre Angehörigen aus, vor allem auf die einzelnen Kernfamilien, und hier wiederum unter anderem auf die Frauen. Die Verwandtschaft hat ein Interesse am Fortbestehen einer geschlossenen Ehe, wie wir es bereits bei den ,,seßhaft`` gewordenen !Kung Bushmen gesehen haben. Die Stellung der Frauen innerhalb der Verwandtschaftsgruppe - ob in einer patrilinearen oder matrilinearen - hängt von mehreren Faktoren ab: es gibt matrilineare Gesellschaften, in denen die Situation der Frauen schlecht ist, hingegen patrilineare Gesellschaften, in denen sie wesentlich besser gestellt sind. - Die Besserstellung der Frau ist bei Matrilinearität in Kombination mit Uxorilokalität am wahrscheinlichsten. Allgemein gültig ist, daß sich die Situation der Frauen mit dem Seßhaftwerden einer Gesellschaft im Normalfall ändert und meist verschlechtert gegenüber ihrer Position innerhalb einer Jäger- und Sammlergesellschaft.4.3

Die Evolutionisten hatten die Veränderungen in der Sozialorganisation fast ausschließlich auf die Familienorganisation, die materiellen Erfindungen und das Privateigentum zurückgeführt. Eine Höherentwicklung der Menschheit sei nach Morgan und Engels nur in Verbindung mit dem Übergang von der Blutverwandtschaftsfamilie über die Punaluafamilie zur syndyasmischen (Paarungs-)Familie, die die Voraussetzung für die monogame Familie sei, möglich gewesen. Der Übergang von einer matrilinear organisierten Gesellschaft sei - nach Engels - nur dann möglich, wenn sich bereits (1) die monogame Ehe durchgesetzt habe, denn nur dann werde der Vater als leiblicher anerkannt; (2) die Zähmung von Haustieren und der Bodenbau als Voraussetzung von Vorratswirtschaft und ,,Reichtum``, damit sei die Jagd bedeutungslos geworden und diente eher dem Vergnügen als der Versorgung mit Fleisch. Mit der Bildung von Reichtum stelle sich die Frage, wer der mögliche Erbe sei. Erst dadurch sei die Grundlage für den Übergang von der matrilinearen zur patrilinearen Deszendenz geschaffen worden. Engels gibt aber zu bedenken, daß es nicht klar sei, wie sich dieser Übergang bei den ,,Kulturvölkern`` der alten Welt vollzogen hätte, alle Äußerungen darüber beruhen nur auf Spekulationen. Als die Alleinherrschaft der Männer vollzogen war, entwickelte sich die patriarchale Familie als Zivilisationsform, wie sie in der römischen Familie am vollkommensten ausgebildet gewesen sei.4.4

George Peter Murdock beschreibt in seinem Buch ,,Social Structure`` die unterschiedlichen Formen von sozialen Strukturen innerhalb von Lokalgruppen und Verwandtschaftsverbänden und betrachtet dabei vor allem die Veränderungen in der Sozialorganisation. Er verwendet den Begriff ,,Evolution``, nicht wie in anderen Wissenschaftsdisziplinen - wie etwa in der Biologie in Verbindung mit organischen Veränderungen, oder wie von den klassischen Evolutionisten des 19. Jahrhunderts als Abfolge von kulturellen Stufen -, sondern im Sinne von gesellschaftlichem Wandel. Seine Kritik an der Theorie der Evolutionisten ist, daß alle Gesellschaften von einem einfachen, d.h. matrilinearen System ausgegangen seien und zu einem komplexeren, d.h. patrilinearen System sich weiterentwickelt hätten; obwohl bereits Ende des 19. Jahrhunderts festzustellen gewesen wäre, daß z.B. die irokesischen Stämme eine wesentlich komplexere Gesellschaftsorganisation besaßen als manche andere patrilineare Systeme, die im Vergleich relativ ,,rückständig`` waren. Die von ihnen angenommene relative ,,Rückständigkeit`` von matrilinearen Gesellschaften im Vergleich zu patrilinearen Gesellschaften ist nach Murdock jedenfalls historisch nicht nachweisbar. Erst 60 bis 70 Jahre später fanden kritische Auseinandersetzungen zu dieser Thematik statt.4.5

Lesser und White versuchten die evolutionistischen Prinzipien in ihre Theorie zu integrieren, danach seien z.B. Jagen und Sammeln überall der Viehzucht und dem Bodenbau vorausgegangen, ebenso ging die Steinzeit überall dem Gebrauch von Metallen voraus, daraus schlossen sie, daß sich die Sozialorganisation ebenso ,,verhalten`` müsse. Murdock liefert anhand der irokesischen Stämme den Gegenbeweis: Matrilinearität muß nicht mit der Abwesenheit von politischen Institutionen verbunden sein. Ebenso wie die irokesischen Stämme entwickelten die Haida, Tlingit und Tsimshian an der Nordwestküste Amerikas und bei den Marshallese und anderen Gesellschaften in Mikronesien Strukturen von sozialen Klassen. In ihrem Selbstverständnis halten sich matrilineare Gesellschaften im Vergleich zu patrilinearen für überlegen, so jedenfalls Murdocks Darstellung.4.6

Die Spekulationen und Vermutungen wurden fortgesetzt und teilweise umgedreht. J.R. Swanton4.7 ging davon aus, daß die patrilinearen Stämme Nordamerikas wesentlich rückständiger seien als ihre Nachbarn mit matrilinearer Deszendenz. Aber ebenso wie die Evolutionisten ignorierte er diejenigen, die patrilinear organisiert waren und komplexere Institutionen hatten und diejenigen matrilinearen, die einfacher organisiert waren. Seine Theorie basierte schlußendlich nur auf der Umkehr der evolutionistischen Theorie. Die Theorie von Swanton wurde unkritisch von Lowie akzeptiert und weiter formuliert; ihm ist aber zugute zu halten, worauf Murdock hinweist, daß er einige seiner Fehlinterpretationen in der zweiten Ausgabe von ,,Primitive Society`` korrigiert habe. Nach Murdock resultieren alle diese Theorien allein auf vagen Vorstellungen, die aber nicht historisch belegt werden können. Nirgends finde sich ein historischer Beweis dafür, daß es einen direkten Übergang von patrilinearer zu matrilinearer Deszendenz gegeben habe, hingegen ist jede andere Form des Übergangs von einem zum anderen Abstammungssystem möglich, wie z.B. der Übergang von bilateraler zu patrilinearer, von bilateraler zu matrilinearer, von matrilinearer zu bilateraler und von matrilinearer zu patrilinearer Deszendenz.4.8 Die Möglichkeit des Übergangs von der patrilinearen zur matrilinearen Abstammung wird in der vorliegenden Arbeit noch eingehend besprochen.

Andere Autoren wiederum behaupteten, daß es einen einzigen Ursprungsort für die Entstehung von unilinearen Systemen gegeben habe: (1) R.L. Olson4.9 vermutete, daß es in beiden Amerikas nur einen einzigen Ursprungsort für alle unilinearen Institutionen gegeben hätte; danach seien unilineare Institutionen, wo auch immer sie gefunden werden, eine so ungewöhnliche Erscheinung, daß sie eher eine Abnormalität der Sozialstruktur darstellen. Murdock weist jedoch darauf hin, daß er in drei Kapiteln seines Buches ausschließlich auf unilineare Deszendenz eingegangen ist und diese Form der sozialen Struktur eher die Normalität darstelle als abnormal oder künstlich sei, und daß sie häufig in Verbindung mit den Phänomenen von Totemismus, Exogamie, ähnlichen Sib-Namen, Kreuz-Cousinen-Heirat und Reziprozität stehe. (2) Die britischen Diffusionisten nahmen ebenso einen einzigen Ursprungsort für das Entstehen von matrilinearen Systemen an, und zwar in Ägypten. (3) Die deutschen und österreichischen historischen Anthropologen verbanden unilineare Deszendenz mit einer Anzahl von zusammenhängenden Komplexen und nannten diese ,,Kulturkreise``, die sich durch Diffusion über die gesamte Welt ausgebreitet haben sollen.4.10

Matrilinearität entsteht nicht wie Bachofen, Morgan und Engels angenommen haben, als Reaktion der Frauen auf Promiskuität, sondern Matrilinearität ebenso wie Patrilinearität sind mögliche Lösungen auf die Frage, welcher Gruppe die Kinder zugesprochen werden sollen. Daraus ergibt sich, daß zeitlich nicht hintereinander an verschiedenen Orten aus unterschiedlichen Gründen zur gleichen Zeit unterschiedliche Lösungen gefunden werden - wie die klassischen Evolutionisten postulierten -, sondern das Problem entstand überhaupt erst mit der Seßhaftigkeit der Menschen.4.11

Marianne Weber berichtet über die ,,mutterrechtliche`` Familienorganisation, daß die Frau zwar gewisse Vorteile hätte, aber es kann niemals als bloßes Recht prinzipiell allein, sondern immer nur in Verbindung mit bestimmten sozialen und ökonomischen Verhältnissen gesehen werden. Vor allem der Zusammenhang mit der Wirtschaftsform und den Rechten der Frauen wird dabei von ihr hervorgehoben. Der Pflanzenbau war für die Seßhaftigkeit sehr bedeutend und wurde zur Grundlage der Ernährung. Marianne Weber geht davon aus, daß der Pflanzenbau zugleich eine speziell weibliche Produktionstätigkeit sei, und ein erhebliches Maß zum Entstehen der Arbeitsgemeinschaften der Frauen beigetragen habe. Der Mann hilft nur zeitweise und widmet sich lieber der Jagd und dem Krieg. Der Acker sei das Kollektiveigentum der Frauen und wird in der weiblichen Linie weiter vererbt. Daraus erklären sich die Vorteile der Frauen, die in einer genossenschaftlichen Produktionsweise in großen Verwandtschaftsgruppen/Sippen ein gemeinsames Eigentum an Grund und Boden hätten. Gleichzeitig mit dem Bodenbau begann der Kampf der Sippe um Arbeitskräfte, dadurch gewannen Heiratsverbindungen eine entscheidende Bedeutung, ohne daß dadurch das ,,Mutterrecht`` zunächst berührt wurde.4.12

Die Regulierung der Erbfolge wird erst durch den ,,Besitz`` an Grund und Boden für die Erhaltung der Kontinuität der Geschlechter wichtig. Dem Erbrecht an Grund und Boden kommt die Bedeutung zu, daß das politisch berechtige und verpflichtete ,,legitime`` Geschlecht weder verlöscht noch verarmt.4.13

Wir bezeichnen die mutterrechtliche Familienorganisation als matrilineare Deszendenzgruppe, die auch mit Uxorilokalität verbunden sein kann. Es ist richtig, daß erst mit der Erfindung des Bodenbaus der Übergang von der nomadisierenden zur seßhaften Lebensform begonnen hat, doch in den meisten Fällen erfolgte die Seßhaftigkeit lange bevor sich eine Differenzierung zwischen matrilinearen und patrilinearen Abstammungsgruppen ergab.

Neuere Forschungsergebnisse konnten beweisen, daß intertribale Ähnlichkeiten, die in sehr beschränkten Regionen gefunden wurden, sich sehr selten auf einen größeren Kulturraum ausbreiten, oder nur auf eine Minderheit von Gesellschaften einer Sprachgemeinschaft. Die wichtigsten gesellschaftlichen Organisationsformen sind auf allen fünf Kontinenten in allen möglichen Variationen vorhanden: Wohnortregel, Abstammungsregel, Typen der Verwandtschaftsterminologie; Formen der Familienorganisation, Typen der Klanorganisation, Typen von bilateraler Verwandtschaft, und Typen von Moieties. Zum Beispiel findet sich die irokesische Verwandtschaftsterminologie auf allen fünf Kontinenten und dabei sogar in Afrika (20 Fälle) und Ozeanien (27) häufiger als in Nordamerika (18), Eurasien (10) oder Südamerika (6).4.14

Eine historische Verbindung zwischen Stämmen, die offensichtlich eine verwandte Sprache sprechen, kann am wenigsten angezweifelt werden. Aber auch diese Gesellschaften, die einer Sprachfamilie angehören, unterscheiden sich in ihrer Sozialorganisation ebenso häufig wie nicht sprachlich verwandte. Murdock bezieht sich in seinem Sample auf drei malayo-polynesische Stämme Sumatras, davon sind (1) die Batak patrilinear, (2) die Mentaweias bilateral und (3) die Minangkabau matrilinear organisiert. Daraus schließt wiederum Murdock, daß es fast uneingeschränkte Variationsmöglichkeiten der Sozialorganisation gibt, auch wenn es eine gemeinsame historische Vergangenheit gegeben hat. Bei der malayo-polynesischen Sprachfamilie, die sich über den gesamten pazifischen Raum erstreckt (ausgenommen sind New Guinea und Australien), erscheinen unvermutete Ähnlichkeiten und ebenso verhält es sich mit den Unterschieden.4.15

Der Funktionalismus konnte ebensowenig wie die historische Anthropologie Licht in die Dynamik des gesellschaftlichen Wandels bringen. Die soziologischen und linguistischen Theorien waren dabei wesentlich hilfreicher, um Veränderungen in der Sozialstruktur zu erforschen. Linguisten bemerkten bei ihren Untersuchungen von Veränderungen in den Sprachen ein besonderes Phänomen, das gewöhnlich als ,,drift`` (Abweichung) bezeichnet wird: Sprecher einer bestimmten Sprache ändern ihre Aussprache, z.B. den Schlußkonsonanten, aber es können ebensogut auch andere Konsonanten bei der Aussprache Veränderungen unterworfen werden. Häufig treten diese Unterschiede zwischen Hoch- und Umgangssprache auf.4.16 Die Formen und die Struktur einer Sprache sind relativ unabhängige ,,Körper`` innerhalb der Gesamtheit einer Gesellschaft, deshalb sei es schwierig, Sprachentwicklungen über bestimmte soziale Ereignisse zu erklären, so Murdock.

Weiters merkt Murdock an, daß sich einige Formen der Sozialorganisation schneller verändern als andere; z.B. ändern sich Eheformen wesentlich rascher: Muslime bevorzugen Ehen mit Töchtern des Bruders des Vaters, daraus resultiert der Verlust von Exogamie in der Patri-Sib; oder von einer anderen Gesellschaft wird das Christentum übernommen, damit verschwindet Polygynie und wird durch Monogamie ersetzt. Die Veränderung der Heiratsregel beeinflußt in der Folge aber weitere Sozialstrukturen, z.B. den postmaritalen Wohnort. Mit der Änderung der bevorzugten Residenzregel befaßte sich Lowie und stellte fest, daß signifikante Veränderungen in der Sozialorganisation in Beziehung mit dem Wechsel der Maritalresidenz stehen und diese das Gleichgewicht eines relativ stabilen Sozialsystems stören bzw. zu einer Serie von internaler Wiederanpassung führen können, um im Anschluß daran erneut ein Gleichgewicht innerhalb der Sozialorganisation zu finden. Nach Murdock war diese Schlußfolgerung der wichtigste Beitrag für die Evolution der Sozialorganisation.4.17



 
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Isabella Andrej
1999-03-04